
Entstehungsprozesse

Werkzeuge? Habe ich genug. Nur nicht immer da, wo man sie erwartet..
Ich male mit Qualität, nicht mit Perfektion.
Meine Farben sind sorgfältig gewählt, meine Pinsel oft aus dem Baumarkt.
Die wichtigsten Werkzeuge trage ich immer bei mir, meine Hände.
Auch in der Küche finde ich brauchbare Werkzeuge,
und in der ganzen Wohnung Spuren meiner Arbeit:
kleine, unbeabsichtigte Kunstwerke.
Nur meine Frau sieht das anders.
Ursprung
Wie alles begann.
Aus Zufall wurde Leidenschaft. Aus Krise Kunst.
Vor fünf Jahren begann ich zu malen, ohne Plan, aber mit innerem Druck.
Ich habe es nie gelernt, aber Kunst liegt in meiner Familie.
Meine Großmutter bemalte Porzellan, meine Mutter Glas.
Der Geruch von Terpentin ist Kindheitserinnerung.
Beide wollten, dass ich weitermache, ich wollte nicht, ich hatte zu Kunst nie einen Bezug.
Erst als mein Leben aus den Fugen geriet, wurde das Malen mein Ventil, mein Ausweg, mein Neubeginn.

Prozess
Ich male Emotion, keine Dekoration.
Kunst wurde mein Werkzeug, um Chaos zu ordnen und Wahrheit sichtbar zu machen.
Musik begleitet fast jedes Werk, sie lenkt den Rhythmus meiner Bewegung.
Ich erkläre meine Bilder nicht.
Wer nur schaut, sieht nichts.
Jedes Werk trägt Schichten, viele übermale ich.
Was darunter liegt, bleibt mein Geheimnis.
Worte wie Mut, Kraft oder Energie bilden manchmal den Grund, Farbe kommt später.

Haltung
Ich folge keiner Regel – nur der Ehrlichkeit.
Lange versuchte ich, Erwartungen zu erfüllen, einen Stil zu finden, wiedererkennbar zu sein.
Dabei verlor ich die Freude. Heute male ich, was echt ist, und genau das funktioniert.
Ich wechsle Stile, Motive, Techniken, weil ich es kann.
Grenzen sind dazu da, sichtbar gemacht zu werden.
Ich male, um zu zeigen, was andere übersehen, und um mich selbst zu verstehen.

Alexander Lindenhofer
Malerei zwischen Gefühl, Struktur und Wahrheit